Naturfotografie in der Heimat – Corona-Tagebuch Teil 3
22. August 2020

Ein Rückblick ins Jahr 2020

- Teil 1 -

Januar 2021. Kurz vor Weihnachten war der komplette Lockdown gekommen. In diesem sind wir noch jetzt. Zuvor hatten wir uns durch den Lockdown light gehangelt. Ohne Erfolg. Der jetzige scheint aber auch nicht heilsamer zu sein. Alle warten auf eine Impfung.

Kontakte sind reduziert, bald vielleicht auch der Bewegungsradius. Bei manchem ist die Stimmung „reduziert“. Bloß raus und was Anderes machen. An Reisen ist nicht zu denken.

Aber Fotografieren geht. Vieles ist auch über den Herbst liegen geblieben und das hol ich jetzt mal aus der Ablage, bevor´s ganz untergeht. Los geht´s im letzten Frühsommer.


Mittsommer 2020. Der 20. Juni dieses Jahres wird uns nicht mehr aus dem Kopf gehen. Sicher? Ganz sicher!

Corona schien gerade eine Pause eingelegt zu haben. Die Schutzmaßnahmen waren gelockert worden. Reisen war – zumindest vorrübergehend – wieder möglich. Nach langem Hin und Her waren auch wir unterwegs. Vorab war klar: Keinesfalls an den Strand und ebenso nicht ins Gebirge. Weg vom Rummel, dahin wo´s ruhig ist. Gelandet waren wir in der Lüneburger Heide. Hier erwarteten wir ein paar ruhige Tage. Beschauliche Dörfer, erholsame Wanderungen in schöner Landschaft. Nicht spektakuläres. Sollte man meinen.

Aber Mittsommer 2020 wird uns in Erinnerung bleiben!

Wir wanderten auf einem der zahlreichen Rundwege durch die Heide und waren noch gar nicht richtig losgegangen. Halb im Gespräch und halb dabei die Eindrücke um uns herum noch zu sortieren, lief plötzlich ein großes Tier von links nach rechts über den Waldweg. Gar nicht besonders eilig aber zügig schaute es noch zu uns herüber. Etwas größer als unser Hund mit einem rötlich-grau-melierten Fell. Ein Wolf!

Wir wussten sofort was wir sahen und hatten keine Zweifel daran, dass es wirklich ein Wolf gewesen war. Zu oft habe ich früher Wölfe fotografiert und haben wir die Tiere in Gehegen gesehen. Und damit wir uns auch wirklich sicher sein konnten lief er wenige Augenblicke später auch noch einmal von rechts nach links über den Weg in gut 20 Metern Entfernung.

Wir standen mit Gänsehaut und offenem Mund da und konnten unser Glück nicht fassen. Am helllichten Tag ein Wolf. In freier Wildbahn! Wild! In Deutschland! Ein Foto gönnte er mir nicht. Zu schnell war er im Dickicht verschwunden. Aber den 20. Juni, Mittsommer 2020 werden wir trotz allem nicht vergessen. Und das Beste: Bis zu diesem Tag hatten wir hier mehr Wölfe (1) als Heidschnucken (0) gesehen. ;-).

Wie gesagt: Das alles ging so schnell und war so überraschend, dass ich ans Fotografieren keinen Gedanken verschwenden konnte. Also dekorier ich den Beitrag mit einem Bild aus den späten 90er. Aufgenommen im Bayerischen Wald, im Gehege. Um dieses Foto hier einzustellen musste ich ebenfalls eine kleine Reise machen. Eine Zeitreise. Dazu mehr im nächsten Beitrag.

Und auch bei dieser Wolfsbegegnung sollte es nicht bleiben…

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